Die St. Konradskirche

Der nachfolgende Text ist entnommen aus: Festschrift St. Konrad, Herausgegeben von der Kirchengemeinde St. Konrad, Villingen im Schwarzwald, anlässlich der Einweihung der Kirche am 21. Oktober 1967; (Bilder teilweise nachträglich ergänzt)

Die einzelnen Kapitel der Schrift lautet:

 

Zur Architektur

Der Bau einer Kirche gehörte schon immer zu den schwierigsten und zugleich schönsten Aufgaben des Architekten. Die Aufgabe war und ist stets dieselbe: aus dem Geist der Zeit, mit ihren Baumitteln und mit Hilfe ihrer technischen Möglichkeiten soll ein Werk geschaffen werden, in dem die Wahrheit der Offenbarung Gestalt gewinnt – ein Bau, der nach Form und Funktion dieser Wahrheit und ihrer Verkündigung dient.

 

Wo eine Kirche einmal dieser Aufgabe gerecht wurde, ist die Sprache ihrer Architektur von zeitloser Gültigkeit. Wie aber kann in unserer schnelllebigen Zeit etwas geschaffen werden, das imstande ist, auch nur von den nächsten Generationen noch verstanden und bejaht zu werden ?

 

Bei der Planung dieser Kirche wurde versucht, die Aussagekraft der einfachen und klaren Form zu mobilisieren, nicht etwa in der Weise sachlich-nüchterner Industriebauten, sondern so, dass der Besucher Geborgenheit und Stille finden, dass er hier Gott begegnen kann.

 

Grundriss

Den Grundriß bilden zwei aneinandergegliederte ungleiche Dreiecke, ein sogenanntes Deltoid. Diese Form ist längsgerichtet und wirkt gleichzeitig zentrierend: sie lenkt den Blick auf den Altarbereich. Die keilförmige Anordnung der Sitzreihen und das leichte Gefälle des Bodens zum Altar hin sichern und verstärken diese Orientierung auf die religiöse Mitte des Gotteshauses.

 

Das Dach

Das alles umspannende Dach steigert die Dynamik des Grundrisses in die dritte Dimension. Die bewegte Dachform und die an einen Schiffskiel erinnernde Struktur der Holzdecke ziehen den Blick nach oben. Erst in der mächtigen Altarwand findet er einen ruhenden Pol. Überhaupt ist das Dach konstruktiv das wichtigste Element der Kirche. Die freitragende Stahlbetonschale, ein hyperbolisches Paraboloid, wurde nicht um des architektonischen Effekts willen geschaffen; sie entspricht in ungewöhnlichem Maße den konstruktiven und bautechnischen Möglichkeiten unserer Zeit. Ihre zugleich einfache und lebendige Form spricht eine Sprache, die auch morgen und übermorgen noch verstanden wird. Gesetzlichkeit und kraftvolle Bewegung verbinden sich hier und sind eins geworden. Das Leben, das beiden innewohnt, darf in Erscheinung treten und darf sprechen.

 

Die Mauern

Die Wände der Kirche bestehen aus doppelten Mauern, die unten einen Abstand von etwa 1 m haben. Von den beiden Auflagerfundamenten des Daches steigen die äußeren Mauern auf und neigen sich rundum schirmend und schützend nach innen. Die Innenmauern dagegen neigen sich nach außen und weiten so den Kirchenraum nach oben hin.

 

Die Hohlräume zwischen den Außen- und Innenmauern nehmen die Beichtstühle, die Treppe zur Orgelempore, die Beleuchtung, die oberen Fenster und die Kreuzwegstationen auf. Sie ermöglichen, dass auch im Innenraum einfache und klare Formen vorherrschen, und die Schönheit der gut gegliederten Fläche zur Geltung kommt. Wenn im unteren Teil, zumal bei den Kreuzwegstationen, die Kraft und Geschlossenheit der zweischaligen Wand zur Geltung kommt – oben, am Dachrand, wird sie aufgelöst durch das breite umlaufende Glasband, das zugleich die schützende Funktion der schwebenden Dachschale augenfällig macht.

 

Raumaufteilung und Turm

Der Kirchenraum bietet Platz für 800 Personen. Im Untergeschoss befinden sich ein Vortragsraum mit 150 Plätzen und ein Gemeindesaal mit Bühne (400 Plätze). Zudem finden sich hier die Garderoben, WC-Anlagen und weitere Nebenräume. Dazu kommen noch die Bibliothek und zwei Jugendräume über der Sakristei.

 

Der Kirchenvorplatz wird von der Eingangswand mit dem wuchtigen Portal aus Aluminiumguss und der spitzen dreiseitigen Pyramide des Turmes beherrscht. Die Schallöffnungen sind am Turm so angebracht, dass im benachbarten Krankenhaus das Läuten nicht als störend empfunden wird.

 

Materialien

Auch bei den Materialien wurde auf Einfachheit und die Vermeidung aller falschen Tünche geachtet. Der Sichtbeton der Außenwände, die Betonglasfenster des Kreuzwegs und des Altarraums, die natürliche Gussstruktur des Aluminiums an Turm  und Eingangsportal und das kräftig gemaserte Kiefernholz der Decke dürfen ihre einfache und natürliche Sprache sprechen. Den Materialien wird keine Gewalt angetan; sie werden ernst genommen.

 

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Zur Konstruktion

 

Grundstruktur

Normalerweise treten bei einem Gebäude die Wände, Stützen und Decken als wichtigste Konstruktionselemente in Erscheinung. Sie umschließen den Raum und haben auch die Hauptlasten zu tragen. Bei der St. Konrad-Kirche dagegen haben die Wände und Stützen keinerlei tragende Funktionen; bei ihr ist das Dach das einzige bedeutende Konstruktionselement. Seine Form ist nicht willkürlich gewählt; sie folgt vielmehr in sanfter Wölbung den tragenden Kräften, von den Fundamenten bis in die hochragenden Spitzen.

 

Das Dach

Dach

Das Dach hat im Grundriss eine Fläche von 2.750 qm und misst in der Längsachse, wiederum auf den Grundriss bezogen, 58,5 m. Es wird gebildet von einer Schale, die im allgemeinen nur 7,5 cm stark ist: eine Handbreit hoch. Die Ränder sind stärker ausgebildet, damit sie nicht im Winde flattern und auch unter ihrer Last nicht ausweichen können. Diesen Rändern entlang fließen nämlich die ganzen Lasten zusammen in Richtung auf die beiden Auflager. Die Kraftlinien nehmen den gleichen Lauf wie das Regenwasser, das von allen Punkten des Daches in der Falllinie zu den beiden Widerlagern hin abläuft.

 

Die Widerlager

Ein Gewicht von 1.500 Tonnen lastet auf diesen Widerlagern, die sechs Meter in den Boden hinabreichen, bis auf die oberen Buntsandsteinschichten. Diese großen Kräfte dürfen wegen der geringen Stärke des Schalendaches nur in Richtung der jeweiligen Falllinie wirksam werden. Sie kommen folglich, der Dachneigung entsprechend, in einem sehr flachen Winkel an den Widerlagern an, deren oberer, sichtbarer Teil als Wasserauffangbecken gestaltet ist. Dort werden sie, der Einfachheit halber, durch ein senkrecht verlaufendes Zugband abgefangen. Unter der Kirche durch sind die Widerlager auf Zug miteinander verbunden. Eine Kraft von etwa 1000 Tonnen sorgt dafür, dass sie durch den Dachschub nicht auseinander geschoben werden können.

 

Konstruktive Besonderheiten

Eine weitere konstruktive Besonderheit ist die unterschiedliche Ausladung des Daches. Auf der Eingangsseite beträgt sie nur 21 m, auf der Westseite dagegen 31,5 m. Daraus ergibt sich bei zusätzlicher Schneebelastung ein Übergewicht von maximal 700 Tonnen. Dieses wird ausgeglichen durch die an der Eingangsseite sichtbaren sechs Rundsäulen und die hohe Wand; mit ihren im Boden verborgenen Fundamenten „hängen“ sie am kurzen Schalenrand und bilden so das ausgleichende Gegengewicht.

 

Die dünne Dachschale ist zudem recht ungleichen wechselnden Belastungen ausgesetzt, durch Windeinwirkung, Schnee und einseitige Sonneneinstrahlung. Auch bei diesen wechselnden und ungleichen Lastzuständen muss das Dach dicht - und das heißt rissefrei - bleiben. Die Schale wurde deshalb über die eingelegte schlaffe Bewehrung hinaus in zwei Richtungen vorgespannt. Diese Vorspannung wirkt jeweils parallel zu den langen Rändern. Ihre Kraft beträgt bei je 176 Spanngliedern in beiden Richtungen etwa 1000 Tonnen.

 

Die Wände, die den Kirchenraum umschließen, haben keine Verbindung mit dem Dach. Eine solche Verbindung wäre auch gar nicht möglich, weil das Dach sich im Sommer innerhalb von 24 Stunden um fast 8 cm nach oben, bzw. wieder nach unten bewegt.

 

Gesamtcharakteristik

Trotz der verschiedenartigen Einflüsse, die es zu berücksichtigen galt, und trotz der Grenzen, die auch modernste Rechenmethoden einer solchen Konstruktion auferlegen, darf sie als wohlgelungen bezeichnet werden. Sie erfüllt nicht nur alle Forderungen nach Sicherheit, sondern auch hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit.

 

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Der Altarraum

 

Die Aufgabe

Ordnung und Ausgestaltung des Altarraumes einer Kirche müssen der Ordnung und dem Geist der Liturgie entsprechen. Die Liturgiereform brachte die Notwendigkeit mit sich, vom herkömmlichen Schema abzugehen und eine Gliederung des Altarraumes zu suchen, die praktisch und spirituell der Feier der erneuerten Liturgie entgegenkommt. Der Altarraum und seine Ausstattung haben ja keinen Selbstzweck zu erfüllen; sie sollen nicht „Schaustück“ sein, sondern ihrer liturgischen Aufgabe gerecht werden. Von dieser Grundeinsicht her ist der Altarraum der St. Konrad-Kirche gestaltet und ausgestattet worden. Es galt, einen großzügigen Raum zu schaffen, in dem Zusammengehöriges klar einander zugeordnet ist, einen Raum zugleich, der auch im Schmückenden schlicht und unaufdringlich ist und so den Charakter des Gesamtbaues aufnehmen und noch verdichten kann.

 

Grundaufbau

Entsprechend der erneuerten Liturgie der Eucharistiefeier hat unser Altarraum zwei Schwerpunkte. Orientierende Mitte ist der freistehende Altartisch. Er ist der Ort des Opfermahls. In einer von den Raumverhältnissen nahegelegten Zuordnung zu ihm sind die Priesterbank und das erhöhte Pult für die Wortverkündigung aufgestellt. Ihre Zusammengehörigkeit kommt in der örtlichen Nähe und im Niveau zum Ausdruck. Für die Lage der Priesterbank waren neben der Absicht, den Priester in ein echtes partnerschaftliches Gegenüber zur Gemeinde zu bringen, auch die akustischen Verhältnisse maßgebend. Das gestalterische Gegengewicht zur Priesterbank und dem Platz der Wortverkündigung bildet die Sakramentssäule auf der anderen Seite des Altares.

 

Gesamtcharakter

Innenraum

Bei der Ausstattung des Altarraumes wurde auf Schlichtheit und Unaufdringlichkeit geachtet; die Aussagekraft sollte darüber nicht verloren gehen, sondern gerade darin gefunden werden. Auch in der Ausstattung muss die Funktion sichtbar werden: das Dasein auf eine erfüllende Handlung hin und auf den Menschen, der in ihrem Vollzug dem Auftrag Christi entspricht.

 

Der Altar

Der Altar hat eine einfache Form und ist von bescheidenem Ausmaß. Wie alle steinernen Teile ist er aus hellgrauem norwegischem Marmor gehauen. Die Behandlung der Oberfläche vermeidet den Eindruck technischer Perfektion, der an dieser Stelle fehl am Platz wäre.

 

Priesterbank und Ambo

Der Priestersitz ist als Bank ausgeführt. Die Bank ist hier als Ausdruck des Brüderlichen gemeint; sie macht den Bruder zumindest ideell gegenwärtig und vermeidet die repräsentative Herausgehobenheit eines Einzelsitzes. Der Platz für die Wortverkündigung musste der besseren Akustik wegen angehoben werden. Das Pult – eine hölzerne Buchablage auf handgeschmiedetem Ständer – und die seitlichen Schranken sollen den Blick auf die Priesterbank möglichst wenig behindern. Deshalb wurden sie im Volumen auf das unbedingt Notwendige beschränkt.

 

Tabernakel

Die Tabernakelsäule aus demselben Material wie Altar und Priesterbank, ist der Form und den Maßen nach am Altar orientiert, dem das Tabernakel ja lokal und ideell zugeordnet ist. Das Tabernakel selbst ist ein reiner Kubus, außen feuerversilbert, innen mit tiefblauem Email ausgelegt. Da es durch den Standort nur annähernd den ihm gebührenden Rang erhält, wird es durch einen als Relief gestalteten Nimbus stärker zur Geltung gebracht.  

 

Die Leuchter

Leuchter

An den Wänden des Altarraumes sind über 12 Steinsockeln die Apostelkerzen angebracht, die auch als Altarkerzen dienen. Durch Metallelemente hervorgehoben, bilden diese Leuchter eine Horizontale, die durch die Vertikale des Kreuzes wirkungsvoll kontrastiert wird.

 

Die Rückwand

Den ganzen Altarraum beschirmt der große, leicht geschwungene Wandschild. Klein erscheinen der Mensch und sein Gerät vor dieser mächtigen Wand, klein, aber beschützt von Gott, den der Psalmist oft als „seinen Schild“ rühmt.

 

 

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Das Haus Gottes

 

„Voll Freude war ich, da sie mir sagten, wir ziehen zum Hause des Herrn“ (Psalm 121.1). Was bedeutet im Neuen Bund „Haus des Herrn“? Ist nicht Jesus Christus der wahre Tempel Gottes (Joh. 2,21), wohnt nicht in ihm die ganze Fülle der Gottheit, und haben wir nicht in Ihm teil an dieser Fülle? (Kol. 2,9): „wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und dass der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1 Kor. 3,16).

Die sich mit Christus auferbauen lassen als lebendige Steine zu einem geistigen Tempel (Eph. 2 und 1 Petr.), bedürfen zu ihrer Erbauung des bergenden Raumes. Dies ist der Ort, nach außen schirmend, nach innen sammelnd, der die Gemeinde Christi leibhaft erstehen lässt. Hier ereignet sich:

  In der Taufe die Berufung zur Gemeinschaft Christi – in der Eucharistie die Gemeinschaft seiner Liebe – im Wort die Wohltat seiner Botschaft – in der Buße die Versöhnung – in Lobpreis und Anbetung Gottes die Heiligung des Menschen.

Die Schönheit des Baues soll für alle ein Zeichen der Hoffnung setzen auf die Fülle des Heiles in den himmlischen Wohnungen.

 

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Der Kreuzweg

 

Die unteren Fenster, von innen hervorgehoben durch tiefe Lichtschächte, die unmittelbar am Boden ansetzen, zeigen die Stationen des Kreuzwegs. Französische Dickgläser und Schmelzzement sind die Materialien, aus denen sie gefertigt wurden.

Kreuzweg

Die Herstellung solcher Fenster verlangt großes künstlerisches und handwerkliches Können. Dickes Glas kann nicht geschnitten werden; man muss es mit hartem Stahl spalten. Die an den Bruchkanten sich ergebenden Lichteffekte werden dann so genutzt, dass die Wirkung erhöht wird.

Bei allen Stationen des Kreuzwegs steht Jesus dem Betrachter direkt gegenüber. Da ist kein Ereignis, das an einem vorüberzieht; der Betrachter ist vielmehr aufgefordert, sich zu stellen. Er soll dem, der da zur Hinrichtung geführt wird, nicht mitleidig nachschauen, sondern in Christi Antlitz sehen und auf seinen Anspruch antworten. Diese Antwort verlangt eine Entscheidung und letztlich eine Tat. Es ist die Antwort, die zum Beispiel die Mutter des Herrn gibt (4. Station), die nicht jammernd und untätig am Weg steht, sondern ihrem Sohn nach seinem Fall (3. Station) beisteht und aufhilft. Auch die 5. Station zeigt die vollzogene Entscheidung: Schulter an Schulter geht Simon von Cyrene mit Jesus unter dem Kreuz.

Auch bei der 8. Station, wo Jesus die Frauen anspricht, steht er nicht ihnen gegenüber, sondern dem Betrachter: das Wort „Weinet über euch und eure Kinder!“ gilt also diesem und nicht irgendwem, der damals am Wege stand.

Bei der 10. Station, der Entkleidung, ist das Wort „Der Menschensohn hat nichts, was ihm gehört“ buchstäblich wahr geworden. Nur den Strick und die Dornenkrone hat man dem Herrn gelassen.

Der Kreuzweg will die Gemeinde umfassen und jedem bewusst machen: Alle haben ihr Kreuz zu tragen. Sein Ausgang und sein Ziel ist der Altar, an dem das Gedächtnis der Leiden, aber auch der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi gefeiert wird. Die mancherorts angefügte fünfzehnte Kreuzwegstation mit der Darstellung der Auferstehung ist hier also im Altar, in seiner Bedeutung und Funktion gegeben.

 

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Zur Ausgestaltung

 

Bei der Ausgestaltung der neuen St. Konradskirche ist fast ausschließlich der moderne Werkstoff Aluminium verwandt worden. Form und Anordnung der Aluminiumelemente am Turm ergaben sich zwangsläufig aus der Form des Turms. Zum Relief geordnet, richten sie die ganze Turmfront auf die Spitze aus und finden über den weiten Kirchenvorplatz hinweg eine Resonanz im Hauptportal. Bei diesem wurde das Symbol des Kreuzes mit großflächigen, zur Mitte führenden Reliefplatten ausgeschmückt.

Die seitlichen äußeren Kirchentüren stellen eine Weiterentwicklung der Formen des Hauptportals dar.

Die Griffplatten an den Glastüren zum und im Vorraum der Kirche sind kleine Varianten der Reliefs am Eingang.

Die Weihwasserbehälter, aus wellenförmigen Aluminiumelementen aufgebaut, symbolisieren das lebendige Wasser.

Die Apostelleuchten sind ebenfalls aus aneinandergereihten Aluminiumelementen zusammengefügt und dienen gleichzeitig als Altarleuchten.

Tabernakel und Taufstein sind, ihrer Bedeutung entsprechend, aufwendiger gestaltet und aus hochpoliertem Aluminiumguss hergestellt. Schmiedeeisen fand nur beim Vorlesepult (Ambo) und für das etwa drei Meter hohe, mit einem Bergkristall geschmückte Altarkreuz Verwendung. Beim Ambo wurde die Verwendung dieses Materials nahegelegt von der Forderung, die Sicht zur Priesterbank möglichst wenig zu behindern, während beim Altarkreuz formale Gründe ausschlaggebend waren.

Die Beichtstühle und die Innentüren der Kirche zeigen ein leichtes, neutrales Rasterrelief aus glasfaserverstärktem Palatal. Sie heben sich nur durch die verdichtete Form von den glatten Seitenwänden ab.

 

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Gemeindesaal und Nebenräume

 

Die neue St. Konradskirche umfasst nicht nur den Kirchenraum; sie ist zugleich Gemeindezentrum. Während bisher nur drei kleinere Räume für die Jugendarbeit zur Verfügung standen, in der alten Kirche und im Keller des Pfarrhauses, ist jetzt auch für größere Veranstaltungen reichlich Platz vorhanden. Die Mehrzahl der Räume für die Gemeinde- und Jugendarbeit befinden sich unter der Kirche.

Der große Gemeindesaal hat eine Fläche von ca. 440 qm. Die Bühne befindet sich unter dem vorspringenden Eingang der Kirche (Hauptportal) und wird vor allem dem Laienspiel Auftrieb geben. Zum Gemeindesaal gehören auch eine Teeküche mit Vorratsraum, die Toiletten, ein Abstellraum für Stühle, Tische und Theaterrequisiten und zwei Vorräume an den Treppenabgängen, die auch als Garderoben benützt werden können.

Ferner findet sich unter der Kirche ein großer Jugendraum (110 qm), der eine Probenbühne erhält und auch für Firmvorführungen eingerichtet ist, sowie ein Gruppenraum von ca. 50 qm, der auch als Bastelraum benützt werden kann.

Schließlich ist auch noch die Heizung im Keller untergebracht. Der Kirchenraum hat Bodenheizung, eine Art der Heizung, die schon im Römerreich beliebt war und viele Vorzüge hat: Die Wärme wird gleichmäßig dort abgestrahlt, wo sie gebraucht wird; die Luft wird nicht übermäßig trocken, und zudem entstehen keine störenden Geräusche. Die übrigen Räume haben Warmwasserheizung. Der große Saal und der große Jugendraum können zusätzlich über ein Gebläse mit Warmluft oder frischer Außenluft versorgt werden.

Über der Sakristei ist im ersten Obergeschoss die Pfarrbücherei untergebracht, die zugleich Leseraum ist. Darüber, in den beiden letzten Obergeschossen, sind zwei weitere Gruppenräume eingerichtet worden.

Insgesamt hat so eine ausreichende Zahl von Gemeinderäumen innerhalb und außerhalb des Kirchenbaues Platz gefunden, ohne dass die Gesamtkonzeption der Kirche auch nur im mindesten darunter gelitten hat und zusätzliche Baukörper nötig wurden.

 

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Tagebuch des Kirchenneubaues

 

Februar 1956

Gründung des "Vereins zur Unterstützung baulicher Interessen an der Konradskirche - St. Konradshilfe e.V."

1961

Pläne für eine Erweiterung der bisherigen St. Konradskirche erweisen sich als nicht durchführbar. Erzbischof Dr. Hermann Schäufele hält anlässlich einer Firmungsreise einen Kirchenneubau für dringend nötig. Baugesuche des Katholischen Gesamtstiftungsrates Villingen mit Finanzierungsplan – aufgestellt von Ewald Merkle – werden dem Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg vorgelegt

1962 / 1963

Pläne einer neuen Kirche von Architekt Emil Obergfell, Bad Dürrheim – Villingen, in Zusammenarbeit mit dem Erzbischöflichen Bauamt Freiburg – Bearbeiter Baurat Triller -, müssen mehrmals überarbeitet werden. Persönliche Rücksprachen der Herren Karl Brachat, Dr. Walz, Ewald Merkle, Dekan Gebele und Kurat Stolz mit dem Erzbischof Dr. Hermann Schäufele, Freiburg.

4. April 1963

Vorläufige Genehmigung durch das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg

30. Sept. 1963

Endgültige Genehmigung der Entwurfspläne, die Architekt Obergfell in Zusammenarbeit mit dem Erzbischöflichen Bauamt gefertigt hatte. Die Oberleitung für den Kirchenbau liegt in den Händen von Oberbaurat Ohnmacht vom Erzbischöflichen Bauamt Freiburg. Nach eingehenden Verhandlungen wird durch Geländetausch von der Stadt Villingen das Baugelände zur Verfügung gestellt.
Ein vom Katholischen Gesamtstiftungsrat Villingen benannter Bauausschuss, dem die Herren Oberbaurat Ohnmacht, Freiburg, Dekan Gebele, Ewald Merkle, Oberbaurat Naegele, Architekt Emil Obergfell, Karl Schätzle und Kurat Stolz angehören, berät bei Bedarf über den Bauablauf und vergibt die Arbeiten.

13. Okt. 1963

Nach Abholzung des Baugeländes und Probebohrungen feierlicher erster Spatenstich mit einem Schaufellader.

Frühjahr 1964

Errichtung der Baustelle, die Fundamente werden betoniert

1. Advent 1964

Feierliche Grundsteinlegung

1965

Fertigstellung der Umfassungsmauern des Kirchenraumes; umfangreiche Gerüst- und Schalungsarbeiten für das Betonschalendach.

Juni 1966

Betonieren des Spannbetonschalendaches

August und
September 1966

Vorspannen des Spannstahles und Ablassen des noch tragenden Gerüstes mit der Holzschalung unter Aufsicht der Statiker Dr. Kani und Holzapfel, Stuttgart.

10. Nov. 1966

Feier des Richtfestes

Herbst 1966 bis Herbst 67

Innenausbau der Kirche und der Nebenräume

Weißer Sonntag 1967

Erster Gottesdienst in der noch nicht fertiggestellten Kirche

Pfingsten 1968

Beginn der regelmäßigen Gottesdienste an Sonn- und Werktagen.

 

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PlanungAusführung des Kirchenneubaues

 

Entwurf und Bauleitung

Emil Obergfell, Freier Architekt, BDA, Villingen
Mitarbeiter: Dieter Lattner

Oberleitung

Erzbischöfliches Bauamt Freiburg,
Oberbaurat Triller, Oberbaurat a.D. Ohnmacht

Statik

Dr. Kani - Holzapfel, Ingenieurbüro, Stuttgart
Mitarbeier: Herbert Gohle

Beratender Ingenieur für Heizung

Fa. Hans Matt, Ingenieurbüro, Wolfartsweier

Übertragungs-Anlagen

Franz Königsmann, Villingen

Probebohrungen

Dr. Waschek, Ingenieurbüro, Günzburg

Künstlerische Entwürfe und Arbeiten

Pater Bonifatius Köck, OSB
Bruder Marian Nikola, OSB
Tholey, Abteil
H.G. Schmidt, Obertal / Kreis Freudenstadt
Maximilian Bartosz, Konstanz

 

 

 

Unternehmer

Rohbau

Gustav Eigeldinger, Bauunternehmung, Villingen
Bauführer: Harald Nolte
Polier: Erwin Thierer

Bedachungsarbeiten

K. Täumer & Söhne, Dachdeckerei, München.

Isolierungen

Fa. Eugen Gerhardt, Villingen

Deckenschalungen und Dachschalung

Arbeitsgemeinschaft:
Ernst Kaiser, Zimmergeschäft, Villignen
Rudolf Ettwein, Zimmergeschäft, Villingen

Glaserarbeiten

Fa. J. Brüllmann Söhne AG, Metallbau, Kreuzlingen

Schlosserarbeiten

Fa. Ernst Nägele, Schlosserei, Villingen
Fa. Erich Schlenker, Metallbau, Aldingen
Fa. Johannes Seeger, Schlosserei, Schwenningen

Schreinerarbeiten

Fa. Riesterer KG, Schreinerei, Villingen
Fa. Erich Schillinger, Schreinerei, Oberwolfach
Fa. Leonhard Dannecker, Ratshausen

Treppen

Fa. Martin Lauffer, Zimmergeschäft, Schwenningen

Kirchenbänke

Fa. Artur Summ, Schreinerei, Villingen

Schließanlage

Fa. Haller-Würthner, Schwenningen

Plattenarbeiten

Fa. Stelzer, Plattengeschäft, Villingen
Fa. Hermann Maier, Plattengeschäft, Villingen

Malerarbeiten

Fa. Erhard Fleig, Malergeschäft, Villingen

Heißasphaltarbeiten

Fa. Schloz-Hennemann, Bedachungsgeschäft, Schwenningen

Estricharbeiten

Fa. H. O. Nicolai, Estriche - Bodenbeläge, Villingen

Oberbelagsarbeiten

Fa. Wilhelm Gallion KG, Bodenbeläge, Villingen
Fa. Waldemar Burger, Parkettgeschäft, Villingen

Gipserarbeiten

Fa. Karl Hirt, Gipsergeschäft, Überauchen

Sanitäre Installation

Fa. Rudolf Krieg, Installationsgeschäft, Villingen

Elektro-Installation

Fa. Hubert Dörflinger, Elektrogeschäft, Villingen

Elektrischer Liedanzeiger

Fa. A. Reinhard, Elektrische Anlagen, Hünfeld / Hessen

Blitzschutzanlage

Fa. Jakob Moser, Blitzschutzbau, Hornberg

Heizungsanlage

Fa. Robert Wursthorn, Heizungsbau, Villingen

Luftheizungsanlage

Fa. Fa. GELUNA, Fabrik für Lufttechnik, Tübingen

Trennwand-Anlage

Fa. Kemmlit GmbH, Trennwandbau, Tübingen

Gärtnerische Außenanlagen

Fa. Kopp & Grimm, Landschaftsgärtnerei, Villingen

Natursteinarbeiten

Fa. Adolf Lauster & Co, Natursteinwerk, Stuttgart
Fa. Hermann Ailinger, Donaueschingen

 

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